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Burg Peles in Siebenbürgen, Rumänien

REisebericht: Rundreise durch Siebenbürgen und Maramures

Rumänien

Gunda Würdemann-Ihnen, Reisebegleitung
07.10.2019
Wussten Sie, dass der klangvolle Name „Siebenbürgen“  für dieses mitten in Rumänien gelegene und von den Bergen der Karpaten umschlossene, landschaftlich großartige Reise-Kleinod auf die sieben Burgen zurück geht, welche die ins Land geholten Sachsen auf Geheiß des ungarischen Königs zur Grenzsicherung gründeten?

Doch nicht nur in den Städten hinterließen die „Sachsen“ ihre Spuren.  Auch in den beschaulichen Dörfern und Städtchen der Region wurden neben den Kulturschätzen Tradition und Brauchtum gut bewahrt. Raue Gebirgszüge und scheinbar endlose Wälder prägen dabei das Panorama. Lassen Sie sich von dem märchenhaften Land in einem Bericht von Gunda Würdemann-Ihnen verzaubern! 

Mittwoch, 21. August
Tag 1 - Anreise nach Bukarest

Die erste Hälfte des Tages war zunächst ganz der Anreise gewidmet. 
Morgens um 03.30 Uhr ("Gähn") ging die Reise los, mit dem Reisebus „Der Ausreißer“ fuhren wir zusammen nach Bremen zum Flughafen. Schon früh musste ich die ersten Gäste beruhigen: "Müssen wir am Automaten einchecken? Das können wir nämlich nicht.“ Als wir in Bremen ankamen, waren jedoch alle Automaten abgebaut und die Gäste waren die Sorge des Automaten Check-in's los. Am Schalter ist es doch viel bequemer, wurde gesagt. Komisch, dass der Respekt vor den Automaten so groß ist.

Reisebegleiterin Frau Würdemann-Ihnen wartet schon auf Ihre Gäste

So, das Gepäck war aufgegeben und den Sicherheitscheck hatten wir ohne Probleme hinter uns gebracht. Etliche Gäste nutzten den Vorabend-Check-in und hatten die Bordkarten schon online ausgedruckt, diese Gäste traf ich am Abflug-Gate. Die Wartezeit bis zum Boarding nutzte ich, um mit einigen Gästen schon mal ins Gespräch zu kommen. Alle Voraussetzungen waren geschaffen, dass wir pünktlich starten konnten. Wir alle wollten zusammen nach Bukarest/Rumänien fliegen, um dann gemeinsam im Rahmen einer Rundreise Rumänien zu erkunden und uns an den vielen Schönheiten des Landes zu erfreuen.

Zunächst aber mussten wir nach München fliegen und die Zeit war sehr knapp bemessen. Zu allem Unglück wurden wir auf einer Außenposition abgesetzt, was bedeutete, dass wir auch noch 10 Minuten mit dem Bus fahren mussten. In Bremen bereitete ich die Gäste schon darauf vor: „Bitte in München erst am Abfluggate die Toilette aufsuchen und bitte unterwegs kein Duty Free.“ Doch alle waren folgsam, es klappte wie am Schnürchen. Wir hatten es geschafft. Im Flugzeug gab es dann jedoch ¼ Stunde Verspätung, aufgrund der Verladung unseres Gepäcks. Ob alle Gepäckstücke wohl mitkommen, fragten wir uns. Doch diese Frage war überflüssig, Lufthansa ist schon eine zuverlässige Fluggesellschaft und niemand vermisste einen Koffer! „Gott sei Dank“, sagte ich mir. So blieben mir das lästige Anstehen am Lost & Found-Schalter und einiges an Ärger erspart.

Am Flughafen in Bukarest erwartete uns bereits nach der Zollkontrolle der örtliche rumänische Reiseleiter Doru Sorescu und der Bus für die Rundreise in Rumänien stand ebenfalls bereit. Zunächst wechselten die meisten erst einmal Devisen oder zogen Geld am Automaten. Doru blieb während der gesamten Rundreise mit uns zusammen. Nach Verlassen des Flughafens kamen uns gefühlte 40 Grad entgegen und diese unglaubliche Hitze begleitete uns die ganze Woche. Die Rumänen kämpften schon seit mehr als zwei Monaten gegen diese Hitze an.

Von Bukarest sind es 60 km bis zur Donau, 273 km bis zum Schwarzen Meer und 120 km bis zu den Südkarpaten. Wir kamen nördlich von Bukarest an und wollten in südlicher Richtung in die Hauptstadt fahren. Die Gruppe nahm ihre Plätze im Bus ein, die sie während der gesamten Rundreise beibehielt. Damit waren alle zufrieden.

Bevor wir ins Hotel in Bukarest zum Check-in fuhren, machten wir eine beeindruckende und abwechslungsreiche Erkundungstour durch Bukarest mit vielen interessanten, leicht verständlichen Vorträgen von Reiseleiter Doru. Obwohl alle sehr müde sein mussten - bei den interessanten Informationen blieben alle hellwach.

Der Triumphbogen in Bukarest

Etwas Hintergrundwissen

Bukarest ist Mitglied im europäischen Parlament seit 2007. 1930 machte das Land eine Volkszählung, die ergab, dass zu dem Zeitpunkt über 1.000.000 Deutsche in Rumänien lebten. Heute sind es nur noch etwa 20.000. 1990-91, kurz nach der Wende, war die erste große deutsche Auswandererwelle. Die zweite schloss sich ganz massiv 1992 an. 1977 hat ein Erdbeben Bukarest schwer getroffen. Viele Gebäude stürzten ein bei einer Richter-Skala von 7,2 Grad. Das Beben dauerte genau 8 Sekunden.

Bukarest - mit seinen knapp zwei Millionen Einwohnern - hat ein auffälliges, prunkvolles Parlament zu bieten. Es ist ein riesiges 265.000 qm großes Verwaltungsgebäude. In nur 5 Jahren von 1982 – 1989 entstand das Gebäude mit zwölf Stockwerken in der Höhe und neun unterhalb der Erde mit eigener Rennbahn und einem Atombunker. Die komplette Innenausstattung wurde 1997 beendet. Das Gebäude ist 80 Meter hoch, drum herum nur steinerne Leere. So ein Hohn: Ein „Haus des Volkes“ sollte es doch sein. So wollte es zumindest der größenwahnsinnige Diktator Ceausescu, der ganze Stadt- und Wohnviertel abreißen ließ, um sich selbst mit dem Centru Civic, einem riesigen Gebäudekomplex, ein Denkmal zu setzen. In dessen Mitte thront nun dieses schwerste und zweitgrößte Bürogebäude der Welt, heute Sitz des Parlaments.

Wir fuhren am Platz der Revolution vorbei, an dem dann 1989 der kommunistische Diktator Ceausescu gestürzt wurde. Das Revolutionsdenkmal soll gleichermaßen an die Geschichte und das Leid des rumänischen Volkes erinnern und als Symbol der Freiheit dienen. Allerdings ist das Denkmal ein weißer Obelisk. Aufgrund seines zweifelhaften ästhetischen Wertes ist es nicht besonders beliebt und wird von den Rumänen auch gerne „Kartoffel am Spieß“ genannt…

Die "Kartoffel am Spieß"

Der Triumphbogen ist zu Ehren der Unabhängigkeit gebaut worden, die nach dem Krieg 1877/78 errungen wurde. An jedem 1. Dezember wird die ganze Straße mit Fahnen geschmückt, denn dann feiern die Rumänen den Tag der Einheit, ihren Nationalfeiertag. Zu diesem Anlass findet jährlich eine Parade statt. Im Athenäum, mit seiner grandiosen Akustik, finden großartige Konzerte statt. Es gehört mit zu den schönsten Gebäuden in Bukarest mit seinem Mix aus architektonischen Stilen von Gotik und Neoklassizismus. 

Das Athenäum in Bukarest

Den Abend ließen wir bei einem schmackhaften Abendessen mit Folklore Darbietungen in einem Restaurant ausklingen. Auf Wunsch begleitete Doru einige Gäste durch die Fußgängerzone zurück zum Hotel und ich fuhr mit dem Rest der Gruppe mit dem Bus. Einigermaßen müde, freuten wir uns alle auf unser Bett. Immerhin waren die ersten der Gruppe bereits seit 03.00 Uhr morgens unterwegs.

Hmmmm..... lecker!

Donnerstag, 22. August
Tag 2 - Sinaia | Azuga | Predeal

Alles in allem ein guter Start in den Tag. Wir waren gespannt und voller Erwartung auf die bevorstehenden Tage in Rumänien. Der gestrige erste kurze Eindruck von Bukarest war schon atemberaubend. 
Wir ließen Bukarest hinter uns und machten uns auf den Weg zum Schloss Peles aus dem 19. Jahrhundert in Sinaia. Sinaia ist ein wunderschöner Kurort mit modernen und teuren Geschäften, guten Restaurants und tollen Hotels. Damit uns die Fahrt mit unserem „Straßenakrobaten“ Marius-Christian nicht langweilig wurde, versüßte Doru sie mit interessanten Vorträgen über die Orthodoxe Kirche, die Klöster in Rumänien und einigem mehr. Er erzählte zum Beispiel, wie reich und beliebt die Kirche in Rumänien ist und wie bereitwillig die Bevölkerung spendet. So besitzt die Kirche Reisebüros, Hotels, Wälder, Gärten und vieles mehr.

Plötzlich spürte er keine Reaktionen der Gäste mehr. Etliche waren eingeschlafen. Er sagte, er würde ab sofort seine Stimme als Schlafmittel verkaufen: großes Gelächter im Bus und alle waren wieder hellwach. Seine Referate waren keineswegs langweilig und monoton, die Gäste waren noch eher müde vom gestrigen Tag. Von weitem konnten wir die Konturen der Karpaten erahnen und es dauerte nicht lange, dann fuhren wir durch die hügeligen Landschaften, bis wir deren Perle erreichten, nämlich das unglaublich schöne Schloss Peles

Das Schloss Peles

Das Schloss ist die einstige Sommerresidenz von König Karol I und wurde im Oktober 1883 eingeweiht. Heute ist das Schloss Eigentum der Königsfamilie, allerdings gehört das Inventar dem Staat. Im Schloss konnten wir aus der damaligen Zeit Gemäldesammlungen, Skulpturen und Rüstungen bestaunen. Die Waffensammlung aus dem Mittelalter ist die größte in ganz Rumänien.  

Das Schloss ist ein absolut künstlerisches Erbe mit vielen Türmchen, Erkern, Ornamenten und Spitzdächern in einer traumhaften Umgebung. 1912 fand hier zum ersten Mal überhaupt in Rumänien eine Filmvorführung statt. Nach der Führung erhielten wir unsere verdiente Mittagspause. Einige nutzten die Gelegenheit, sich in der näheren Umgebung umzuschauen, andere sahen sich an den Verkaufsständen um oder gönnten sich Kleinigkeiten zum Essen.

Die kleinen Verkaufsstände für das ein oder andere Souvenir

Nach der Pause fuhren wir nur ein kurzes Stück zur Besichtigung des Sinaia Klosters. Wir sahen die Orthodoxe Kirche von 1910 und die schönen Gartenanlagen.

Das Kloster Sinaia

Wir fuhren weiter nach Azuga, eine attraktive Kleinstadt zwischen Sinaia und Brasov in der Mitte des majestätischen Karpatengebirges. Immer wieder sah man Frauen an den Straßenrändern, die uns Himbeeren, Brombeeren und andere gut aussehende Früchte anboten. Leider ließen die Straßenverhältnisse ein Anhalten nicht zu. In Azuga besuchten wir die königliche Sektkellerei „AZURA“, ein ehemaliges Unternehmen der Familie Rhein. Die Besichtigung der Kellerei fand bei den Gästen großen Anklang. Doru übernahm wieder, wie im Schloss Peles, die Führung. Anschließend konnten wir uns bei einer kleinen Verkostung von der guten Qualität des hier produzierten Sektes überzeugen, dazu wurde Käse auf Apfelscheiben gereicht. 

Zur Übernachtung fuhren wir nach Predeal. Predeal ist der höchstgelegenste Ort in Rumänien, mit herrlichen Wanderwegen. Im Winter vergnügen sich hier die Skifahrer, denn auf rasanten Abfahrten kann man hier ins Tal fahren. Hier blieben wir für zwei Nächte in einem schönen, an einem Hang gelegenen Hotel mit einer großzügigen und modernen Lobby. Für das Abendessen mit angenehmer Folkloremusik hatten wir am ersten Abend einen Raum nur für uns alleine.

Doru riet uns, am Abend bei Dunkelheit wegen der Braunbären nicht mehr in den Ort zu gehen. Ansonsten sollten wir laut singen. Eigentlich sind sie nicht aggressiv, diese Braunbären - aber man weiß ja nie. Ich habe gelernt, dass man zur Abschreckung immer eine Klingel am Rucksack haben soll.

Freitag, 23. August
Tag 3 - Harman | Brasov | Bran | Rasnov

Alle Gäste standen pünktlich 10 Minuten vor der Abfahrt nach Harman bereit. Schon beim Frühstück verschaffte ich mir immer einen Überblick, ob die Gruppe vollzählig war. Heute war es schwierig, denn es standen drei Busse auf dem Parkplatz. Dementsprechend groß war der Andrang beim Frühstück an den zwei Kaffeeautomaten. Wir übten uns in „Schlange stehen“.

Am Vortag kaufte ich mir eine bestickte Bluse mit traditionellen Mustern des Landes. Diese trug ich am Morgen. Im Bus erwähnte Doru, er würde sich darüber freuen, dass ich diese Landesbluse tragen würde, und gleich hatte er eine Geschichte zu den bestickten Blusen und deren Tradition parat.

Doru war prima organisiert. Vor jeder Besichtigung informierte er uns bestens über alles, was wir später zu sehen bekommen würden. Sah er zwischendurch draußen etwas, was wir unbedingt sehen sollten, dann sagte er „Klammer auf“ und erzählte und erzählte. Die Klammer zu schließen vergaß er häufig. Meistens konnten wir die Burgen/Kirchen selbstständig besichtigen. Wir waren wirklich gut vorbereitet, aber immer wieder traf man ihn. Er schaute, kümmerte sich um uns und gab immer wieder Hinweise.

In Harman

In Harman besichtigten wir eine der schönsten und eindrucksvollsten dreischiffigen Wehrkirchen, die durch eine Ringmauer gesichert ist. Auf der hohen Ringmauer ohne Fenster befinden sich vier Verteidigungstürme, direkt unter dem Dach ist ein Wehrgang. Ganz ungewöhnlich waren für uns die vielen Wohnräume.

Der Wehrgang der Kirche

Wir setzten die Fahrt nach Brasov, früher Kronstadt, fort. Warum es Kronstadt hieß? Eine Legende besagt, dass einmal ein Prinz auf die Jagd ging. Es war ein heißer Tag und seine Krone wurde ihm lästig. Er setzte sie ab und legte sie auf den Boden. Später vergaß er sie jedoch und aus der Krone wuchs ein Baum. Deswegen gründete der Prinz dort „Kronstadt“.

Doch eigentlich war Brasov eine Industriestadt, inzwischen ist aber ein Großteil stillgelegt. 7.000 Männer und Frauen verloren nach der Wende ihre Arbeit. Wo sind sie geblieben? Die meisten sind nach Deutschland ausgewandert. Brasov, umgeben von den Karpaten, ist eine Großstadt in der Region Siebenbürgen. Die Altstadt stand im Mittelpunkt unseres Besuches und im Rahmen eines Rundgangs konnten wir uns einen Überblick verschaffen. Sie wurde schon im Mittelalter von deutschen Siedlern gegründet. Den Stadtkern prägen neben der imposanten gotischen „Schwarzen Kirche“ der Rathausplatz mit den farbenfrohen Barockgebäuden, das Katharinentor und viele rekonstruierte Bürgerhäuser. In der Stadt fand gerade ein Schlagerfestival statt, leider war deswegen der Mittelplatz mit dem Rathaus durch den Tribünenaufbau verdeckt und zugebaut. Sehr schade! Besonders beliebt sind die belebten Cafés in der Stadt. Eine Gruppe, die sich mir während der Mittagspause anschloss, verbrachte die Zeit mit mir in so einem Straßencafé.

In Brasov

Die Tour musste weitergehen, wir wollten die Bauernburg mit der berühmten Festung in Rasnov besuchen. Um direkt zur Burg zu gelangen, musste eine recht steile Strecke zu Fuß zurückgelegt
werden. Alternativ bestand die Möglichkeit, sich mit einem Traktor für 5 Lei hochfahren zu lassen. Bei 38 Grad Hitze nahmen die meisten dieses tolle Angebot in Anspruch. 

Die Bauernburg in Rasnov
Rasnov

Von weitem sahen wir schon die berühmte Festung, ein historisches Denkmal und Wahrzeichen auf einem Hügel und wunderschön gelegen mit Wanderwegen. Die Festungsanlage wurde als Verteidigungssystem für die siebenbürgischen Dörfer gebaut und früher beherbergte die Burg zahlreiche Häuser und Stallungen. Heute steht die Burg unter Denkmalschutz. Natürlich waren auch dort wieder viele Souvenirhändler. Für einige Gäste eine willkommene Gelegenheit, sich mit Andenken für Zuhause einzudecken.

Weiter ging es zum wohl bekanntesten Symbol Rumäniens - Graf Dracula und sein Schloss warteten auf uns. Diesen Titel verdankt die Burg vielen Romanen, Filmen und Serien über Vampire. Die Burg bietet aber deutlich mehr als nur Vampir-Angelegenheiten. Auf dem Weg zum Schloss fuhren wir zu einem herrlichen Aussichtspunkt, von dort hatten wir einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt Brasov und alle machten fleißig Fotos. Unser Bus parkte in der Heimat Draculas, in der Nähe der Burg Bran. Auf einem Hügel in Transsilvanien steht sie.

Schloss Bran

Tausende von Besuchern zieht es jährlich über einen steilen Weg nach oben - hoch zur Burg Bran. Prachtvoll steht sie da, sagenumwoben, ein imposantes Bauwerk auch ohne Dracula und immer wieder wird sie fälschlicherweise „Burg Dracula“ genannt. An den Verkaufsbuden (wie auf einem Jahrmarkt) unterhalb der Burg konnte jeder noch ein Souvenir für zu Hause finden und sich eine Erfrischung gönnen.

Nach einem ereignisreichen prall gefüllten Tag ging es dann zurück ins Hotel. Hier kannten wir uns schon aus, denn wir übernachteten ein zweites Mal in Predeal. Ein wunderschöner Tag mit fantastischen Eindrücken lag hinter uns. Ohne Zweifel, anstrengend war es, doch alle Gäste meisterten die Anstrengung bestens. Der folgende Tag sollte wieder so ausgefüllt sein. Das bedeutete 07.30 Uhr Frühstück und die Abfahrt wurde für 08.30 Uhr angesetzt.

Samstag, 24. August
Tag 4 - Sibiu | Medias | Biertan | Sighisoara

Wie schon an den Tagen zuvor, standen alle Gäste pünktlich in der Poleposition am Bus, heute aber mit Gepäck. Nach dem Verladen des Gepäcks starteten wir in die wunderschöne Stadt Sighisoara, wo wir das vollkommenste und besterhaltene bewohnte, mittelalterliche Stadtensemble Rumäniens entdeckten.

Die Stadt verzauberte uns. Sie wurde hoch auf einem Felsen gebaut, überragt die Stadtburg und das umliegende Land. Das Stadtbild prägen eine Vielzahl von kleinen Bürgerhäusern, Lokalen, Handwerkerläden und ein Uhrturm. Sighisoara war ein wahres Schätzchen mit so viel Charme, schon wegen der bunten Häuserfassaden und der urigen Altstadt mit der einzigartigen Kultur. Hier machten wir unsere Mittagspause. Zeit für Sightseeing oder um die Zeit in einem der zahlreichen Straßencafés oder Restaurants zu genießen.

Der Uhrturm von Sighisoara

Während wir durch die Landschaft zum Ort Biertan fuhren, berichtete Doru, dass Prinz Charles sich abgöttisch in dieses Hügelland verliebte. Er kaufte sich einen Bauernhof in Viscri und etliche Freunde brachte er mit, die sich ebenfalls für Siebenbürgen entschieden und sich einkauften. Alle waren von der unglaublichen Natur fasziniert und so besucht Prinz Charles Siebenbürgen mindestens einmal im Jahr. Viel später wurde bekannt, dass Prinz Charles Wissenschaftler und Botaniker einstellte und bezahlte, damit sie die vielfältige Pflanzenwelt analysierten und katalogisierten. Gemeinsam brachten sie ein Buch heraus, dass viele Universitäten und Hochschulen kauften und inzwischen damit lehren und arbeiten.

Wir erreichten das malerische Dorf Biertan, eine der ältesten Siedlungen Siebenbürgens. Auf einem Hügel, von weitem zu sehen, die Kirchenburg, Weltkulturerbe der UNESCO. Eine junge Frau erklärte uns in der Kirche alle Bilder, Teppiche und das Meisterwerk des Flügelaltars mit 28 Bildern.

In der Kirchenburg von Biertan

Eine große Attraktion: In der Wehrkirche ist ein Ehegefängnis zu besichtigen. Zerstrittene Ehepaare wurden hier für zwei Wochen zusammen eingesperrt und waren während der Zeit total aufeinander angewiesen. Es gab nur ein schmales Bett, einen Stuhl, eine Gabel und einen Löffel. Kein Messer! Nach diesen zwei Wochen lebten sie wieder friedlich miteinander. Nachweislich wurde nach dieser Methode nur eine Ehe geschieden. Wäre diese Methode nicht etwas für unsere moderne Zeit, wo doch statistisch gesehen so gut wie jede 3. Ehe geschieden wird? Nein, es würde vermutlich nicht mehr passen.

Im "Ehegefängnis"

In Medias erwartete uns eine gut erhaltene Altstadt mit der Margaretenkirche, die den schönsten Flügelaltar Rumäniens besitzt. Medias war im Mittelalter ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Siebenbürgen. Unsere Tour ging weiter nach Targu Mures, wo wir eine Nacht im Hotel blieben, ganz in der Nähe des Zentrums. Eine gute Gelegenheit, nach dem Abendessen mit traditionellen Speisen für erste eigene Erkundungen individuell unterwegs zu sein.

Sonntag, 25. August
Tag 5 - Targu Mures | Bistriza

Bevor wir heute nach Bistriza aufbrachen, machten wir vom Hotel aus einen entspannten Stadtspaziergang. Targu Mures, am Fluss Mures gelegen, ist eine kleine überschaubare Kreishauptstadt. Dank ihrer Gebäude verfügt die Stadt über ein besonderes Flair, denn sie hat vieles zu bieten: Den Kulturpalast, wunderschön verzierte Gebäude, die größte Orthodoxe Kathedrale und einiges mehr.

Targu Mures

Wir müssen Abschied von der schönen Stadt und dem Hotel mit dem exzellenten Service nehmen. Bevor wir mit unserem Gepäck weiter nach Bistriza fuhren, konnten wir uns für zwei Stunden die Zeit individuell einteilen.                                                                                                                                               

Am Rande der Stadt Bistriza fließt der gleichnamige Fluss. Nach einem kurzen Spaziergang besichtigten wir die evangelische Stadtpfarrkirche, die im Jahr 2008 zum größten Teil mit dem Glockenturm niederbrannte. Ursprünglich wurde sie im gotischen Stil erbaut. Sie ist und bleibt auch nach dem Wiederaufbau des Glockenturms das Symbol für Bistriza. Im Zuge der Wiederherstellung wurde ein Fahrstuhl in den Turm gebaut. Für uns Touristen bot sich von oben ein grandioser Blick über die ganze Stadt für 5 Lei. Weit mussten wir nicht mehr fahren, denn wir blieben für zwei Nächte im Hotel in Bistriza.

Die Schmalspurbahn von Bistriza

Montag, 26. August,
Tag 6 - Viseu de Sus | Bistrita

Heute wollen wir mit der Schmalspurbahn fahren. Zugfahren? Das ist doch nichts Besonderes, mag der ein oder andere denken. - Oh doch, es war etwas ganz Besonderes, denn wir fuhren mit einer historischen Wassertalbahn durch die Wälder der Karpaten. Das war schon ein ganz außergewöhnliches und beeindruckendes Erlebnis. Zunächst aber fuhren wir zwei Stunden nach Viseu de Sus. Dafür mussten wir heute schon um 06.30 Uhr abfahren, so früh gab es für uns noch kein Frühstück. Ein Pappbecher Kaffee, das war's, dafür erhielten wir vom Hotel ein Lunchpaket. Viseu de Sus ist eine Kleinstadt, die vor allem durch diese historische Wassertalbahn bekannt ist. Mit der Dampflok ins Wassertal zu fahren und das mit der historischen Waldbahn von Viseu de Sus 21,5 km bis Paltinu, ist wirklich ein Erlebnis. Die Schmalspurbahn ist seit 2010 als rumänisches Kulturgut unter Schutz gestellt.

Fahrt mit der Schmalspurbahn

Heute transportiert sie neben Baumstämmen auch Touristen durch die Karpaten mit den idyllischen Wäldern, durch unerschlossene Gebiete, nicht weit entfernt der rumänisch-ukrainischen Grenze. Mitten im Gebirge war für uns ein Mittagessen organisiert. Zurück fuhren wir die gleiche Strecke. Wie heute früh legten wir die zwei Stunden wieder mit dem Bus zum Hotel zurück nach Bistriza. Es war unsere zweite Nacht in dem Hotel. Nach dem Abendessen traf man sich auf der Terrasse des Hotels auf ein Gläschen Wein und zu netten Gesprächen, ein schöner Abschluss des heutigen Tages. 

Dienstag, 27. August, 
Tag 7 - Cluj Napoca | Alba Iulia

Nach einem ausgiebigen guten Frühstück verließen wir nach zwei Nächten mit unserem Gepäck Bistriza.
Wir machten uns im Rahmen eines Stadtrundganges auf den Weg in die zweitgrößte Stadt Cluj Napoca, mit 335.000 Einwohnern. Cluj Napoca, eine Stadt mit historischer Bedeutung, ist eine der wichtigsten Städte Siebenbürgens. Es ist die Geburtsstadt von Matthias Corvinus, der im 15. Jahrhundert lebte. Wir sahen uns das Geburtshaus an.

Ein Reiterstandbild erinnert an diesen berühmten ungarischen König mit rumänischer Herkunft. Cluj Napoca ist eine Universitätsstadt mit einem regen kulturellen Leben und sehenswerten Bauwerken aus den Zeiten ungarischer Herrschaft. Doru sagte, Cluj Napoca sei eine Stadt mit einer großen Zukunft. Wir wurden mit einer zweistündigen Mittagspause verwöhnt. Bei über 30 Grad Hitze suchten wir uns Sonnenschirme, gönnten uns ein Eis, Cappuccino, Pizza oder anderes.

In Alba Iulia erwartete uns ein weiteres Highlight. Zunächst aber wurden wir während der Fahrt belohnt. Warum? Am zweiten Tag unserer Reise verliefen sich zwei Damen. Sie hatten sich fürchterlich „verfranzt“. Selbst telefonisch konnten wir Ihnen nicht verständlich machen, wo sie uns finden konnten. Also musste unser Reiseleiter Doru zurückgehen, während ich mit der Gruppe im Kloster blieb. Nach einer gewissen Zeit des Wartens brachte Doru die Damen wohlbehalten zurück. Deshalb bedankten sie sich heute bei der Gruppe für das Warten mit Pralinen und Schokolade.

Alba Iulia ist eines der kulturellen Zentren der Region, hat eine wunderbare und gut erhaltene Altstadt mit prachtvoll geschmückten Stadttoren. Sie ist von einer eindrucksvollen barocken Zitadelle umgeben, bestehend aus sieben Basteien, die mit einer 12 km langen Festungsmauer sternförmig verbunden sind.

In Alba Iulia
Willkommen in Alba Iulia

Wir besuchten die Festungsanlage mit der orthodoxen Kathedrale und der katholischen 1000 Jahre alten Kirche. Viele historische Bauwerke stammen noch aus der Habsburgerzeit. Übernachtung in Alba Iulia in einem sehr schönen Hotel.

Wir mussten uns so langsam mit dem Abschied vertraut machen, denn morgen ging‘s zurück in unsere Heimat. Das gemeinsame Essen wurde gleichzeitig unser Abschiedsabend. In unserem Hotel erhielten wir den besten Salat und das beste Menü der gesamten Reise. Nach dem gemeinsamen Essen trafen sich noch fast alle auf der Terrasse des Hauses auf ein Abschiedsgetränk. Der Abschied von einem so spannenden und interessanten Rumänien fiel uns sehr schwer. In einer sehr netten Runde genossen wir noch einmal den lauen Sommerabend.

28. August, 
Tag 8 - Sibiu | Tag der Abreise

Nach einem ausgiebigen Frühstück sollte heute die Fahrt nach Sibiu zum Flughafen erfolgen, das Gepäck wurde verladen. Ob wohl alle ihre Reiseunterlagen, Medikamente und Haustürschlüssel im Handgepäck hatten? Natürlich hatten sie das und wir konnten abfahren. Bevor wir zum Flughafen fuhren, stand noch der ausführliche Stadtrundgang in Sibiu auf unserem Programm. Das passte gut, denn unser Flug war erst am Abend.

Das beschauliche Sibiu
Tolle bunte Häuserfassaden in Sibiu

Sibiu, eine Stadt in der Mitte Rumäniens, ist bekannt für die germanische Architektur, ein Erbe sächsischer Siedler aus dem 12.-16. Jahrhundert. Die Oberstadt mit dem Brukental– Palais beherbergt ein Museum mit europäischen Gemälden. Denkmäler wie die Lügenbrücke umspannen die Unterführung in die Unterstadt. Wohngebäude im großen und kleinen Ring, die Orthodoxe Kathedrale und die Evangelische Stadtpfarrkirche, das alles wurde uns noch von Doru vor unserem Abflug präsentiert.

Zum Abschluss der Reise gestand uns Doru noch eine ausgiebige Mittagspause zu, die wir individuell nutzen konnten. Endlich mal ein bisschen länger! Ich kostete Maisbrei mit Käse und Schmand. Total lecker. Ich hab’s genossen. 

Impressionen von Sibiu und Maisbrei mit Käse - lecker! 

Am Flughafen angekommen folgte eine herzliche endgültige Verabschiedung von unserem Reiseleiter und unserem Busfahrer. Unser Reiseleiter Doru hatte für alle Anliegen ein Ohr und er versorgte uns mit viel spannendem Wissen über Rumänien. Unser Busfahrer Marius Christian war während der gesamten Reise sehr zuverlässig, pünktlich, angenehm zurückhaltend und ein wahrer Straßenkünstler.

Man fühlte sich angezogen von idyllischen Dörfern, vom ländlichen einfachen Leben, von der wilden Schönheit und dem reichen Kulturerbe Rumäniens. Überall konnten wir Einzelheiten aus unterschiedlichen Kulturen entdecken oder wurden von Doru darauf hingewiesen.

Am Flughafen dann Check-in, Security-Schalter, Gepäckabgabe und mit Verspätung starteten wir wieder über München in Richtung Heimat. 15 Minuten Verspätung am Gate waren ja noch o.k., aber als wir alle im Flugzeug saßen und keine Starterlaubnis erhielten, da ahnte ich schon wieder Schlimmes. In allerletzter Minute erreichten wir unseren Anschlussflug, aber nur, weil alle gerannt sind. Die organisierten Taxis von Hanseat standen bereit. Große Verabschiedung von den Gästen, immerhin saß man eine Woche zusammen im Bus, nahm gemeinsam das Frühstück- und Abendessen ein und besuchte gemeinsam programmgemäß alle Sehenswürdigkeiten. Da kommt man sich schon mal ein Stück näher.

Liebe Gäste, es waren viele gemeinsame ereignisreiche Stunden und Tage mit zahlreichen wunderschönen Eindrücken. Mit vielen schönen Fotos, Filmen und Erinnerungen im Gepäck verließen wir Rumänien. Leider ging auch diese Woche wieder viel zu schnell vorbei.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen das Allerbeste. Bleiben Sie gesund und ich wünsche Ihnen, dass Sie noch viele schöne Reisen unternehmen können. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches DANKESCHÖN für das nette und freundliche Miteinander meiner lieben Gäste und wieder einmal DANKE an Hanseat Reisen für die prima Vorbereitung und für den täglichen Wein zum Abendessen. Das war eine große Überraschung. Auf Wiedersehen, Rumänien!

Herzlichst, Ihre Gunda

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