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Wissenswertes, Klischees & Arbeitsalltag – 
azubis bei hanseat reisen teil 8

10 Fragen an eine Auszubildende im Tourismus

Melissa Preuß
06.04.2022
Über Lieblingsprodukte, Arbeitsalltag und Klischees: Nach zwei Jahren in der Touristik kann ich dazu bereits einiges erzählen und möchte damit einen kleinen Einblick in meinen Alltag als Azubi geben...

1. Wie fühlt es sich an, tagtäglich mit den schönsten Destinationen der Erde zu arbeiten?

Es ist toll! Verantwortlich für die schönste Zeit des Jahres unserer Kunden zu sein, ist ein tolles Gefühl. Aber das eigene Fernweh ist dabei nicht weit entfernt… :-)

2. Hattet ihr in der Corona-Zeit überhaupt etwas zu tun?

Wohl eine der häufigsten Fragen, die ich in den vergangenen fast zwei Jahren von meinem Umfeld hinsichtlich meiner Ausbildung bekommen habe. Und ich kann sagen: wir hatten einiges zu tun! Natürlich bestanden die Aufgaben dann leider nicht aus Einbuchen und Einstellen von Kontingenten. Alle abgesagten Reisen mussten natürlich auch dementsprechend bearbeitet werden: Kundenbriefe aufsetzen, die Kontingente von Kabinen, Zimmern, Flügen und Bussen zurückgeben, die aktuellen Einreisebestimmungen kennen und beachten, den dynamischen Zeiten standhalten, Umbuchungen bearbeiten und dabei eventuelle Reisegutscheine beachten… ich könnte die Liste noch immer weiter führen – und das wären nur die Aufgaben des Produktmanagements. Dazu kommen noch die Aufgaben der Buchhaltung, des Unterlagenversands, des Kundenservices, der Expedienten im Verkauf… 
Kurz gesagt: Ja, wir hatten einiges zu tun!

3. Welche Art von Urlaub bearbeitest Du am liebsten? Kreuzfahrt, Flusskreuzfahrt, Flug-, Bus- oder doch lieber Bahnreisen?

Es ist schwer, sich auf eine dieser Reisearten festzulegen, da jede ihren eigenen Charme und ihre eigenen Vorteile besitzt. Wenn ich mich jedoch entscheiden müsste, dann wären es Hochsee- und Flusskreuzfahrten. Das ist aber nur eine persönliche Entscheidung. :-)

4. Hast du dir vor Beginn der Ausbildung hinsichtlich Corona Sorgen um deinen Ausbildungsplatz gemacht?

Nein. Auch das wurde ich sehr oft gefragt. Ich war von Anfang an sehr optimistisch und wusste, dass, sollte es eventuell Komplikationen geben, ich rechtzeitig von den Kolleginnen und Kollegen informiert werde. Aber so kam es nicht und darüber bin ich sehr, sehr froh! Ich kann auch nur allen anderen, die sich für diesen Beruf interessieren, dazu raten, an dieser Leidenschaft festzuhalten. Ich sage ganz optimistisch, dass das Schlimmste geschafft ist und man mit einer Bewerbung daher nicht zögern sollte!

5. Was hat Corona, Deiner Meinung nach, nachhaltig mit der Touristik gemacht?

Ich glaube, dass die Menschen das Reisen noch mehr zu schätzen wissen als vorher. Eine Freiheit, die zuvor nie in Frage gestellt werden musste, wurde plötzlich eingeschränkt. Das kannten wir in diesem Ausmaße nicht. Daher glaube ich, dass die Menschen jeden einzelnen Urlaubstag noch mehr genießen und auch wir als Akteure im Hintergrund sind über jede Buchung, die wir bearbeiten können, mehr als glücklich!

6. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Den einen „typischen“ Arbeitstag gibt es so nicht, da jeder Tag etwas Neues mit sich bringt  – das macht diesen Beruf so vielseitig. 
Wenn ich morgens ins Büro komme, fahre ich zunächst alle unsere Systeme hoch, öffne das E-Mail Postfach und klappe meinen Kalender auf. Mit einem frischen Kaffee gehe ich dann meine To-Do Liste für den heutigen Tag durch, die ich immer den Tag zuvor anfertige, damit ich auch keine Aufgaben vergesse. Diese Liste wird dann den Tag über immer weiter gefüllt. Anschließend gehe ich die E-Mails durch und dann bearbeite ich den Tag über verschiedenste Dinge, die – wie eingangs angedeutet – jeden Tag anders aussehen können. Richtung Feierabend schreibe ich an meinem Berichtsheft und erstelle die To-Do Liste für den nächsten Tag.

7. Auf welchen Kreuzfahrtschiffen warst Du bereits?

Auf den Flussschiffen MS Savor und MS Rhein Symphony und den Hochseeschiffen AIDAnova und MSC Magnifica.
Auf der Savor war ich im Rahmen einer Reisebegleitung. Auf der Rhein Symphony für eine Networking Veranstaltung unter Touristikern und auf der AIDAnova und der MSC Magnifica im Rahmen von Angeboten für und mit Touristikern, sogenannte Expi Cruises.

8. Wie kann man sich den schulischen Teil der Ausbildung vorstellen?

Ich habe zwei Mal die Woche Berufsschule. Dort haben wir sogenannte Lernfelder. Neben den kaufmännischen Aspekten wie Marketing und Rechnungswesen haben wir auch Politik. Aber nicht das „klassische“ Fach Politik wie man es aus der Schule kennt. Hier lernen wir beispielsweise die Inhalte des Berufsbildungs-, Arbeits-, Jugendarbeitsschutz- und Arbeitsschutzgesetz, alles Wichtige rund um die Themen Betriebsrat, Tarifvertrag und noch vieles mehr. Außerdem haben wir Lernfelder zur Bedarfsermittlung im Kundengespräch, zu Destinationswissen und zu verschiedenen Reisearten wie z.B. Golf,- Tauch- oder Städteurlaub.

9. Was bedeutet es, dass Du Deine Ausbildung bei einem Reiseveranstalter machst?

Bei Hanseat Reisen bedeutet das, dass ich keinen direkten Kundenkontakt habe und im Back Office arbeite. Hier spielen sich alle Hintergrundprozesse ab. Ich habe Kontakt zu anderen Leistungsträgern und Veranstaltern, kaufe Reisen und Leistungsbestandteile ein, bearbeite Kontingente, erstelle Kundenbriefe, bearbeite unsere Reiseausschreibungen, kalkuliere die Reisen und noch vieles mehr. Man kann also sagen, dass ich die Reisen vorbereite, die anschließend im Verkauf an den Kunden gehen.

10. "Bitte RÜ mit MPR wegen nova in BT.“ – Bitte was??

Die Touristik ist eine Welt der Abkürzungen. Aber keine Sorge, da kommt man sehr schnell rein und ehe man sich versieht, schreib man eine solche Notiz, wie in dieser Überschrift, ganz selbstverständlich und von allein.
„Bitte Rückmeldung mit Melissa Preuß wegen AIDAnova in dem Weser Kurier (Bremer Tageszeitung)“ würden diese Abkürzungen im Ganzen bedeuten. Sie erleichtern die Kommunikation und teilen dem Kollegen schnell alle wichtigen Informationen mit. Ob RQ (für request = auf Anfrage), ASAP (As Soon As Possible) oder Kd (Kunde). Immer wieder stößt man auf Abkürzungen. Als ich zu Anfang hörte, dass sich Touristiker gern in Abkürzungen ausdrücken, wusste ich nicht so recht, was damit gemeint war. Und nun, knapp zwei Jahre später, sah eine meiner zuletzt geschriebenen E-Mails so aus: „Kabine habe ich im TM eingestellt. Die Vg.nr. des Kd lautet …“. 
…mehr muss ich nicht sagen, oder? ;-)