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Sauerland

„Endlich wieder raus“ - und auf unserer Wanderreise das sauerland erleben! 

Das Hochsauerland erleben

Gunda Würdemann-Ihnen, Reisebegleitung
08.09.2021
„Endlich wieder raus“ - und auf unserer Wanderreise das Hochsauerland erleben!  Unter diesem Motto brachen wir auf nach Bödefeld zu einer Wanderreise ins Sauerland. Wir wollten das Hochsauerland erleben, uns bewegen, sportlich sein, die Landschaft genießen, an der frischen Luft sein, viel Sauerstoff inhalieren und vom Wanderführer viel Interessantes erfahren.

1. Tag

In Oldenburg begrüßte ich die ersten Gäste und in Bremen stiegen weitere hinzu. Alle waren pünktlich und wir konnten planmäßig bei herrlichstem Wetter mit unserer Fahrt starten. Unterwegs hielten uns drei Baustellen mächtig auf. Das war aber kein Problem, denn wir waren heute an keinen Termin gebunden. An der  Tecklenburger Raststätte legten wir eine Pause ein, in der wir uns kurz die Füße vertreten konnten. Unser Busfahrer „Walter“ war ein besonnener Fahrer und brachte uns sicher ans Ziel nach Bödefeld.

Trotz der leichten Einschränkungen der aktuellen Lage, war bei allen Gästen die Vorfreude aufs Wandern groß. Die Einschränkungen bestanden lediglich daraus, dass wir im Bus beim Ein- und Aussteigen Masken tragen mussten und dass wir vom Landhotel Albers gebeten wurden, Masken  zu tragen, sobald wir unseren Platz im Restaurant verließen oder öffentliche Bereiche des Hotels betraten. Diese Einschränkungen waren ein LEICHTES, denn darin waren wir alle in den letzten Monaten von zu Hause geübt.

Am frühen Nachmittag erreichten wir das Landhotels Albers in Bödefeld und wurden äußert freundlich begrüßt. Zuvor holten wir noch Friedel, unseren Wanderführer, ab. Er war behilflich beim Check-in im Hotel und gab erste Tipps und Hinweise.

Die Zimmerschlüssel waren vorbereitet und recht schnell konnten alle Gäste ihre Zimmer beziehen. Ich blieb noch ca. 30 Minuten in der Lobby des Hotels, um eventuelle Fragen der Gäste zu beantworten, Friedel leistete mir dabei Gesellschaft. Einige Damen gingen vorbei und wollten den Ort erkunden, Kaffee trinken gehen oder es wurde nach dem WLAN Code gefragt.

Im Hoteleigenen Restaurant erwartete uns zum Abendessen ein gutes und schmackhaftes Sauerländer Büfett. Damit aber noch nicht genug!

Der  erlebnisreiche Anreisetag endete noch nicht nach dem Abendessen, denn uns wurde im Anschluss noch das  „Naturdorf Bödefeld“ präsentiert. Dafür hatte Friedel eigens den Ortsheimatpfleger Philipp Wegener eingeladen. Im Dialog referierten beide anschaulich über die Geschichte Bödefelds mit den dazu passenden Dias. Alle hörten aufmerksam zu. Im Anschluss durften Fragen gestellt werden. 
Danach waren wir wirklich alle müde und freuten uns auf unsere Betten. Gute Nacht!

Wissenswertes über Bödefeld

Bödefeld liegt 500 m hoch, ist ein idyllischer Erholungsort am Fuße des Hunau, mit 1.100 Einwohnern an der Hochsauerland Höhenstraße, und unweit der Städte Soest, Winterberg, Willingen, Meschede, Brilon und Schmallenberg. Wunderschöne Fachwerkhäuser zieren den Ort und eine Pfarrkirche mit der sagenumwobenen "schwarzen Hand", über die es mehrere Legenden gibt.  Es ist wohl mehr als 250 Jahre her, dass die Hand in der Pfarrkirche Bödefeld aufbewahrt wird.

1979 und 1981 errang Bödefeld die Goldmedaille im Landeswettbewerb, wurde schönstes Dorf in Nordrhein-Westfalen und errang eine Silbermedaille auf Bundesebene. Heute heißt der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

2. Tag

Naturdorf Bödefeld

Zur ersten Orientierung wollten wir heute das Naturdorf Bödefeld und seine Umgebung erkunden. Einiges erfuhren wir schon am Vorabend während der Präsentation und waren bestens vorbereitet.  Zunächst ging es in den Frühstücksraum. Dort erwartete uns ein leckeres Sauerländisches Frühstücksbüfett mit großer Auswahl. Für den Wanderausflug durften wir uns ein Lunchpaket nach Belieben für den Tag zusammenstellen.

Um 10 Uhr sollten wir uns mit Wanderschuhen, bequemer und wetterfester Kleidung und einem Rucksack für die Marschverpflegung bereithalten. Einige Gäste hatten sogar ihre Wanderstöcke dabe -  Dazu gehörte ich auch. Ich entschied mich aber für meinen Schirm, denn beides ging nicht. Meine Entscheidung war korrekt - am Nachmittag bekamen wir eine gehörige Ladung Regen ab.

Gestärkt vom guten Frühstück, warteten wir gespannt auf unsere erste Wanderung

Es sollte endlich losgehen zu unserem ersten Ausflug, um das malerische Dorf Schmallenberg-Bödefeld, auf Wanderwegen herum, kennenzulernen. Etwa 11 km sollten wir heute bewältigen, es bestand aber auch die Wahl die Wanderung auf 15 km zu verlängern oder vorher abzukürzen. Je nach Kondition und Wetterlage gab es die Möglichkeit, runter ins Dorf zu gehen, immer in Richtung Kirchturm. Am Vormittag hielt das Wetter gut durch, ohne Regen. Die schöne Mittagspause verbrachten wir auch noch bei Trockenheit. Leider begann es kurz darauf heftig zu regnen und bis zur Ankunft im Hotel hörte es nicht mehr auf. Trotzdem wurde es ein wunderschöner Ausflugstag.

Fabelwesen sollen in Bödefeld gelebt haben, die sogenannten „Hollen“, die in einem Felsen am Ortseingang viele blitzende und bunte Edelsteine gehütet haben. Es waren gutmütige Fabelwesen, die Menschen in der Not halfen. Einmal schenkten sie einem Mädchen einen funkelnden bunten Edelstein. Leider wurde die Höhle von den raffgierigen Eltern der Kinder gestürmt. Danach wurden die Hollen nie wieder gesehen.

Einmal im Jahr überwinden Wanderer und Läufer den Bödefelder Hollenweg ganz sportlich über extreme Distanzen bis zu 101 Kilometer. Philipp berichtete zudem, dass es in Bödefeld viele Vereine gibt und es werden nette Feste gefeiert. Es scheint ein lebhafter Ort zu sein.

Wir wurden von Friedel überrascht, denn für den späten Vormittag hatte er den Förster des Waldes bestellt. Dieser berichtete uns ganz ausführlich und hochinteressant über den Borkenkäfer. Es war nicht zu übersehen, was dieser kleine Käfer schon alles angerichtet hatte.

Auf der Strecke passierten wir die Quelle der Remecke, ein Hollenhaus- und Felsen, eine alte Kohlenmeilerstelle, ein Hochlandrindergehege, einen Barfußpfad und ein Wassertretbecken.

Am Ende des Ausfluges waren wir allesamt pitschnass vom vielen Regen und freuten uns auf eine heiße Dusche. Daraus wurde jedoch so schnell nichts: Mit einigen Damen aus der Gruppe blieb ich im Wirtshaus des Hotels. Wir genossen genüsslich den heißen Zwetschgen- und Apfelkuchen mit Milchkaffee. Friedel sagte abends zu mir, hätte er gewusst, dass wir noch Kuchen essen gehen, dann wäre er noch mitgegangen. Er wäre nämlich ein richtiger „Kuchenesser“.

Wie gestern wurden wir zum Abendessen um 18.30 Uhr im Restaurant erwartet. Das Essen wurde vom Hoteleigentümer und von einem Kellner präsentiert. Nach dem Abendessen stellte uns Friedel, unser Wanderführer, wieder das Programm für den folgenden Tag vor und wir erhielten Informationen zum Wetter.

3. Tag

Schmallenberg und Wanderung „Kahlen Asten“ – Bödefeld

Das morgendliche Frühstück war ein Hochgenuss. Das Ritual „Luchpaket packen“ lernten wir gestern schon kennen. Keiner soll unterwegs verhungern oder verdursten.

Unsere Abfahrtszeit war heute um 9.30 Uhr, eine humane Zeit, mit der alle sehr zufrieden waren. Zunächst stiegen wir alle in den Bus und erlebten das Sauerland vom Bus aus. Unsere Fahrerin war heute Friedels Tochter Martha. Friedel erklärte uns alles Sehenswerte im Vorbeifahren, er kannte sich überall bestens aus. Wir befanden uns nun im Hochsauerland.

Nach 30 Minuten Fahrtzeit erreichten wir das schmucke Städtchen Schmallenberg.

Hier trafen wir den ehemaligen Leiter des Bauamtes der Stadt, Herrn Voss, der uns eine Stunde durch die Stadt führte und uns zu den herrlichen mit Schiefer gedeckten Häusern und deren Verzierungen viel erzählte.

Schmallenberg war im Mittelalter eine Hansestadt und entstand als kleine Siedlung von Handwerkern und Händlern neben der „Smalen Burg“. Seit dem 15 Jahrhundert gibt es bis heute in Schmallenberg nachweislich das Textilgewerbe. Später lag der Produktionsschwerpunkt in Strumpfwaren. Deswegen wird die Stadt  Schmallenberg auch die „Strumpfstadt“ genannt.

Ein großer wichtiger Schwerpunkt ist die Tourismusbranche und die Holzindustrie aufgrund der Wald- und bergischen Landschaft. Die wunderhübschen Fachwerkhäuser sowie die schmalen und engen Gässchen waren sehr beeindruckend. Dunkelgraue Dachschiefer und Fassadenverkleidungen schmücken die Häuser und haben ihren steinigen Ursprung hier im Schmallenburger Land. Ganz in der Nähe, in Holthausen, befindet sich ein Museum für Schieferbergbau und das Heimatmuseum.

Mit dem Bus fuhren wir weiter zum „Kahlen Asten“. 15 Minuten hatten wir Zeit für einen wundervollen Blick über das Sauerland, für einen Kaffee oder die Toilette.

Hier wollten wir mit unserer Wanderung starten, Friedel entschied aber, dass es zu kalt und windig sei. Deswegen fuhren wir mit dem Bus bis zum „Großen Bilchen“. Von dort starteten wir mit unserer Wanderung.

Durch den vielen Regen an den Vortagen, waren die Wanderwege ziemlich aufgeweicht. Doch das machte uns allen nichts. Wir wanderten durch den Matsch oder um ihn herum. Bergauf war es dann immer wieder trocken und steinig. Am Hunau Kreuz machten wir eine Gruppenaufnahme, denn immerhin waren wir 818 m ü. N.N.

Vor der Wachshütte packten wir wieder alle in gemütlicher Runde unsere Lunchpakete aus. Die Wachshütte heißt deswegen so, weil die Ski-Langläufer hier ihre Ski wachsen, um geschwind weiterzufahren. Skier müssen gut gewachst sein, denn es darf kein Schnee daran festbacken. Inzwischen wurde die Hütte weiter ausgebaut und im Winter gibt es hier Glühwein oder auch Bratwürste für die Sportler. Wir wanderten heute auf der Loipe der Skilangläufer, malerisch und stimmungsvoll lag uns das Hochland zu Füßen.

Auf einem Pfad passierten wir nasse Wiesen. Hier wachsen alle Pflanzen, die Feuchtigkeit lieben. Wir waren unterwegs in einem Hochmoor, das vor über 8.000 Jahren entstand. Um uns herum viele kleine Bäche, Quellen und bizarre Felsen. Die Pflanzenwelt war unbeschreiblich schön und bestand hier aus Moos, Flechten und Gräsern. Da hätte man sich schon gerne auf einen Hocker gesetzt, um dieses Schauspiel zu malen. Doch wir waren auch künstlerisch unterwegs, nämlich mit unseren Kameras.

Heute waren wir gut 13 km unterwegs und wir freuten uns im Hotel wieder auf den köstlichen warmen Apfelkuchen mit heißer Schokolade oder Kaffee. Das Abendessen mit der Vorsuppe hat wieder allen gut geschmeckt. Friedel kam danach zu uns und erzählte uns, was er morgen für uns plante.

4. Tag

Teilstückwanderung Rothaarsteig und Waldskulpturenweg

Um 8.00 Uhr erschienen immer alle pünktlich zum Frühstück. Wir hatten einen Speiseraum für uns alleine - allerdings mussten wir uns die Speisen aus einem Nachbarraum holen. Deswegen war das Maskentragen Pflicht.

Pünktlich um 9.30 Uhr stand unser Bus für die Abfahrt bereit. Martha fuhr uns wieder nach Grafschaft und Friedel erklärte uns währenddessen, was wir gerade vom Bus aus sahen.

In Grafschaft stieg der pensionierte Lehrer Ernst Grimmberg zu. Er blieb den ganzen Tag mit uns zusammen und erzählte engagiert und eifrig Wissenswertes über Land und Leute. Wir fuhren gemeinsam bis Schanze, dort starteten wir mit unserer Wanderung.

2007 zerstörte der Sturm “Kyrill“ große Waldflächen. In Schanze wurde der Wald so erhalten, wie der Sturm ihn hinterlassen hatte. Wir wanderten über Stege, Brücken und Aussichtspunkte, kletterten über Baumwurzeln und hüpften über Pfützen oder umgingen sie akrobatisch. Zwischendurch machten wir immer wieder Stopps und wir lauschten den Erklärungen von Ernst.

Zunächst ging‘s gemächlich hinab in das Grubental, vorbei am Altarstein und der dicken Eiche. Anschließend ging es stetig bergauf, denn dort treffen Kamm- und Talvariante des Rothaarsteigs wieder aufeinander. Am Rothaarsteig leben viele Wildarten, sowie Rotwild, Schwarzwild (Wildsauen), Muffelwild und seit einiger Zeit auch Wisente. Angetroffen haben wir jedoch leider kein einziges Tier.

Grundsatz wäre bei Tiersichtung aber gewesen: Immer Abstand halten - das wäre mit dem nötigen Respekt selbstverständlich gewesen. Man soll den Tieren möglichst nicht den Rücken zuwenden und ohne Hektik den Bereich verlassen, aber immer mit Sicht zum Tier. Friedel wies uns auf etliche weitere Risiken und zum Verhalten im Wald hin, insbesondere bei Begegnungen mit Tieren.

Wir wanderten auf einem Themenweg, dem Waldskulpturenweg, mit imposanten Kunstwerken. Der Weg wurde über viele Jahre angelegt und man ließ den Künstlern Zeit, damit dieses Projekt erstklassig entstehen konnte. Unvergleichliche Plastiken, Skulpturen und Inszenierungen, die polarisieren und zu Diskussionen anregen, sind dort zu entdecken. Hinzu kommt die einzigartige Landschaft mit Mischwäldern und Fichten in den Kammlagen, die diese Kunstwerke umgeben. Über die Kunstwerke berichtete uns Herr Ernst Stimmberg und verriet uns einiges über die Künstler, deren Gedanken und Inspirationen.

Vor unserer Mittagspause überquerten wir zunächst eine Hängebrücke. Eine wackelige Angelegenheit, die aber viel Spaß bereitete.

Axel, Friedels Sohn, holte uns dort mit dem Bus wieder ab. Das Büffet zum Abendessen war in unserem Speiseraum aufgebaut, deswegen bestand keine Maskenpflicht - Wir waren ja unter uns. Heute Abend blieben wir noch länger unter uns und tranken zusammen in gemütlicher Runde einige Gläschen. Friedel gesellte sich dazu. Es war der letzte Abend und wir hatten am folgenden Tag keine Wanderung.

5. Tag

Heute war der letzte Tag unserer Reise. Wir genossen noch in aller Ruhe unser Frühstück, packten die letzten Sachen im Zimmer zusammen und schon stand unser Busfahrer Walter vor der Tür und bat uns, dass wir ihm unser Gepäck bringen. Herr Albers vom Hotel kam zu uns in in den Bus und hielt eine kleine Abschiedsrede, nach der jeder ein kleines Fläschchen Schnaps erhielt. Die gesamte Familie Albers stand neben dem Bus und verabschiedete uns winkend. Sehr nett!

Unsere wunderschöne Reise ging aber noch nicht ganz zu Ende, denn wir besuchten auf dem Rückweg das Städtchen Soest.

Im Rahmen eines geführten Rundganges wurde uns die Stadt von dem professionellen Stadtführer, Herrn Meyer, näher gebracht. Wir besuchten die protestantische Kirche Santa Maria zur Wiese, den St. Patrakli Dom und einige wunderschöne Plätze mit herrlichen Fachwerkbauten. Leider begleitete uns wieder Regen. Die dunklen Wolken wollten einfach nicht verschwinden. Nach dem Stadtrundgang setzten wir unsere Fahrt mit einem kurzen Halt in Dammerberge nach Hause fort.

Es heißt Abschied nehmen von unserer traumhaften Wanderreise mit all seinen Naturschönheiten. Ich habe mich gefreut, dass ich mit so interessierten und lustigen Menschen reisen durfte. Mit vielen Eindrücken und Fotos im Gepäck geht’s zurück in die heimatlichen Gefilden. Mein Bericht mit den Fotos sollen die schönen Tage noch einmal Revue passieren lassen.

Friedel war ein großartiger und sympathischer Wanderführer, der uns zu jeder Zeit ganz besonnen, geduldig, hilfsbereit und lustig führte. Seine vielen Erklärungen und Vorträge ließ uns die Wanderungen niemals langweilig werden und es hat mit ihm zusammen sehr viel Spaß gemacht. Wir hätten uns keinen besseren Wanderführer wünschen können und vielen von uns wird er noch lange in Erinnerung bleiben. Wir wünschen ihm, dass er für Hanseat noch viele Wandertouren begleiten kann.

Bleib‘ gesund Friedel und ganz lieben Dank für die wundervollen Tage!

Liebe Gäste!

An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen, auch im Namen von Hanseat Reisen, recht herzlich bedanken, dass Sie sich für die schöne Reise entschieden haben. Bleiben Sie gesund und reisefreudig und ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit.

Ihre Reisebegleitung
Gunda Würdemann-Ihnen