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Seekrank auf Kreuzfahrt

8 Tipps gegen Seekrankheit

Katharina Schröder
27.01.2020
Ein Tag auf offener See, das Wetter ist nicht ganz so gut. Der Himmel ist grau, der Wind bläst und die Wellen schlagen gegen den Schiffsbug. Langsam wiegt sich das Schiff von der einen auf die andere Seite und es geht los: Die gefürchtete Seekrankheit setzt ein.

Dem einen wird beim Autofahren schlecht, dem anderen auf der Seereise: Reisekrankheit ist ein weit verbreitetes Phänomen. Wenn es schaukelt und ruckelt und der Horizont nicht sichtbar ist, geht es los: Schwindel, Übelkeit und im schlimmsten Fall Erbrechen setzen ein und bereiten den Urlaubsfreuden ein jähes Ende. Essen wird verweigert und der Tag zwangsweise auf der Kabine verbracht. Glücklicherweise gibt es einige Tipps und Tricks, wie man Seekrankheit vorbeugen oder lindern kann, wenn es bereits zu spät ist! 

Wieso wird man eigentlich seekrank? 

Dass einem schnell übel wird, wenn das Schiff anfängt zu schaukeln, liegt an unterschiedlichen Sinneseindrücken, die im Gehirn zu einem Verarbeitungs-Konflikt führen. Das Brechzentrum im Gehirn wird aktiviert (Kinetose), da das Gehirn eine Bewegung wahrnimmt (über die Muskulatur zum Ausgleich der Schiffsbewegungen zum Beispiel), insbesondere unter Deck aber der visuelle Eindruck eines unbewegten Raumes entsteht. Somit passen beide Eindrücke (Bewegung/keine Bewegung) nicht zueinander und das Gehirn ist irritiert, schüttet zu viel Histamin aus und aktiviert das Brechzentrum.
Zwei bis drei Tage dauert es, bis das Gehirn sich an den Seegang gewöhnt hat.

In diesem Artikel geht es um Hausmittel und Verhaltensweisen, die der Seekrankheit vorbeugen oder sie lindern. Natürlich können Sie sich auch vor der Reise in der Apotheke beraten lassen. Viele Tabletten und Kaugummis helfen zuverlässig gegen Reisekrankheit. Antihistamine helfen gut gegen Übelkeit, machen allerdings müde. Diphenhydramin und Dimenhydrinat behindern die Weiterleitung von Nervenimpulsen zum Brechzentrum. Auch Scopalmin hemmt den Brechreiz und ist in Form von Pflastern zu erhalten. Da viele Wirkstoffe gegen Reiseübelkeit Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können, sollte man sie niemals unbedarft einnehmen. Eine Beratung bei der Apotheke oder von einem Arzt sollte immer vorher erfolgen! 

Gefürchtet: Die raue See

Seekrankheit auf Kreuzfahrt vorbeugen

#1 Zurückhaltung ist gefragt 

Leichte Kost, kein Alkohol und viel Schlaf können den Ausbruch von Seekrankheit auf einer Kreuzfahrt verhindern, zumindest die Symptome lindern. Allerdings sind leichte Kost und der Verzicht auf Alkohol für die meisten nicht gerade das, was sie von einem gelungenen Urlaub erwarten. 

#2 Frische Luft

Frische Luft war schon Omas Allheilmittel, und auch dieses Mal ist es ein hilfreicher Tipp. Wenn Sie Angst haben, an Seekrankheit zu leiden, dann halten Sie sich möglichst oft an Deck auf und genießen Sie die frische Seeluft. Den Horizont zu betrachten, kann dabei nicht schaden und hilft dem Gehirn, mit der gefühlten Bewegung ein passendes Bild zu verbinden.

#3 Die richtige Route

Sommer und Winter, offenes Meer oder Adria Kreuzfahrt: Sowohl die Jahreszeit als auch das Zielgebiet haben Einfluss auf das Auftreten von Seekrankheit. Auf einer Atlantik-Kreuzfahrt ist der Seegang meist stärker, USA und Karibik sind im Herbst oft von Stürmen geplagt. Auch das Mittelmeer ist im Winter meist kabbeliger als im Sommer. Je "eingeschlossener" das Meer, desto weniger Seegang.

#4 Die richtige Kabine

Seekrankheit können Sie auch schon von Zuhause aus vorbeugen, indem Sie die richtige Kabine buchen. Kabinen in der Mitte des Schiffes schaukeln wesentlich weniger als die am Bug und am Heck. Am Bug schwankt das Schiff bei starkem Seegang besonders stark nach oben und unten. Eine Kabine mit Aussicht ist für Seekranke besser geeignet als eine Innenkabine ohne Fenster. Bei akuter Übelkeit oder Unwohlsein kann man so einfach die Kabine aufsuchen und den Horizont fixieren, insbesondere, wenn man sich aufgrund seiner Seekrankheit in der Öffentlichkeit etwas geniert.

Wenn es schon zu spät ist ... – Was mache ich bei akuter Seekrankheit?

Auch hier helfen die Tipps, die beim Vorbeugen schon nicht schlecht waren: Frische Luft und den Horizont betrachten. Ein leerer Magen macht die Übelkeit schlimmer, auch wenn es schwierig ist, bei Übelkeit etwas zu sich zu nehmen.

#5 Basteln Sie sich einen eigenen Horizont

"Auf den Horizont gucken soll helfen, haben sie gesagt. Wie man das bewerkstelligen soll, wenn man selbst eine Innenkabine gebucht hat, haben sie nicht gesagt!" Richtig, bei einer gebuchten Innenkabine lässt sich der Horizont natürlich schwieriger beobachten. Wenn die Übelkeit also da ist, und nichts anderes hilft, als sich auf der (Innen-)Kabine zu verkriechen, dann kann eines helfen: Basteln Sie sich einen eigenen Horizont. Und das ist leicht getan: Legen Sie eine gefüllte Wasserflasche auf die Seite. Das Wasser schwappt im Rhythmus des Schiffes und bildet so den benötigten Horizont, was sich beruhigend auf den Gleichgewichtssinn auswirkt.

#6 Licht aus

Wenn die Übelkeit da ist und auch der Horizont nicht hilft, heißt es: Licht aus! Die optischen Sinneseindrücke fehlen somit und das Gehirn muss nur mit der Schaukelei zurechtkommen. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man einschläft - auch das hilft natürlich gegen Übelkeit.

#7 Das gelbe Gold und weitere Mittel

Der Ingwer! Der Glaube an den Ingwer hält sich wacker: Schon Seeleuten diente der Ingwer als Mittel gegen Übelkeit. Klein geschnitten und gekaut soll er gegen Übelkeit helfen. Leider gibt es keine modernen Studien, die die Wirkung des Ingwers belegen. Schaden kann er allerdings auch nicht.

Ebenso nicht belegt ist das Einatmen von Minzöl, besonders in asiatischen Ländern ist diese Methode jedoch beliebt.

#8 Akupunktur/Akupressur

Auch Akupunktur und Akupressur können hilfreich sein. Während gesetzte Nadeln auf der Haut auf einer Kreuzfahrt jedoch möglicherweise etwas unpraktisch sind, kann man Akupressur-Bänder einfach am Handgelenk tragen. Diese drücken auf bestimmte Druckpunkte und lindern Übelkeit.

Zu guter Letzt lässt sich nur sagen: Achten Sie auf sich! Trinken Sie genug, essen Sie nicht zu fettig und verzehren Sie Alkohol auf einer Kreuzfahrt in Maßen - so lässt sich schon die ein oder andere Übelkeit vermeiden. Bei großer Sonneneinstrahlung immer einen Hut tragen und bei starkem Wind eine Mütze. Tief einatmen und sich nicht vorher verrückt machen - so steht einer schönen übelkeitsfreien Kreuzfahrt eigentlich nichts mehr im Wege! 

P.S.: Sollte die Angst vor Übelkeit Sie daran hindern, überhaupt eine Kreuzfahrt zu buchen - wie wäre es dann mit einer Flussreise? Den Horizont immer im Blick reisen Sie trotzdem mit allen Annehmlichkeiten bequem und "wackelfrei" auf einem Schiff! :-)

Hanseat Reiseberatung

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